Heißer Sommer half Cyanobakterien

Der Zuwendungsbescheid der NBank im Januar 2018 war der Start für das Projekt „Cyanobakterien-Bekämpfung im Spielannsteich“.

Während der Fachbereich Stadtgrün der Stadt Braunschweig die Erdarbeiten ausschrieb und veranlasste, konnten die weiteren Projektbeteiligten zur Angebotsabgabe aufgefordert werden. Mit der Ultraschallbehandlung wurde das Büro Wassmann beauftragt. Das begleitende Monitoring übernahmen das Institut für Geosysteme und Bioindikation (IGEO) der TU Braunschweig (Projektleiterin: Dr. Anja Schwarz) und der Fischereibiologe Ingo Brümmer.

Um die Wirksamkeit der Maßnahme beurteilen zu können, war es notwendig, vor Beginn der Ultraschallbehandlung den IST-Zustand des Spielmannsteichs zu dokumentieren. Dazu wurden seit Mitte September 2017 limnologische Untersuchungen im Rahmen einer vom IGEO betreuten Bachelorarbeit durchgeführt. Diese wurden durch weitere Analysen im April im Rahmen eines IGEO-Gewässerpraktikums ergänzt. Ende April dokumentierte der Fischereibiologe den Fischbestand mittels Elektro-Befischung und mehreren Zugnetzbeprobungen. Durch das Büro Wassmann fanden vorbereitende Gewässerbeprobungen und Schallmessungen statt. Der ASV Braunschweig baute den Schaltschrank auf dem Gelände des Kennelbads auf und installierte den elektrischen Anschluss. Mit dem Büro Wassmann wurde Anfang Mai die Ultraschalltechnik im Schaltschrank und im Spielmannsteich eingebaut und zusätzlich Sensorik und drahtlose Datenübertragung für eine Fernüberwachung des Systems installiert.

 Fischereibiologe Ingo Brümmer entleert den Kescher auf ein Zählbrett.

ußerdem stellte der ASV Braunschweig die von der NBank geforderte Hinweistafel direkt am Spielmannsteich auf. Am 24. Mai 2018 wurde dann die Ultraschallanlage in Betrieb genommen, seitdem läuft die Anlage unterbrechungsfrei. Am 31. Mai 2018 wurde vor zahlreichen geladenen Gästen symbolisch ein Förderscheck der Veolia-Stiftung an den Vorsitzenden des ASV Braunschweig, Detlev Wulff, übergeben.

Fische auf dem Zählbrett

Aufgrund der seit Beginn der Ultrabeschallung am Spielmannsteich erhobenen Daten sind noch keine durchgreifenden Effekte auf das Ausmaß und die Zusammensetzung der Phytoplanktonentwicklung erkennbar. Allerdings wurden in der besonders kritischen Zeit auch nur wenige Messungen durchgeführt. Bei Untersuchungen der Chlorophyllfluoreszenz im Juli deuteten sich allerdings Populationsverschiebungen in Richtung Kieselalgen an. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen des Sommers 2018 hatten zu einer starken Abnahme des Wasserstandes im Spielmannsteich geführt. Lagen die Wasserstände im April noch deutlich über dem Durchschnitt (um ca. 50 cm), wurden im September etwa 50 cm unter dem Durchschnitt gemessen. Die daraus resultierende Konzentrierung des Wasserkörpers könnte mögliche positive Effekte der Ultraschallanwendung, wie z. B. Erhöhung der Sichttiefen, Abnahme der Cyanobakterien-Dominanz, eingedämmt haben. Die Cyanobakterienentwicklung könnte in 2018 infolge der hohen Wassertemperaturen überdurchschnittlich gefördert worden sein.

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